Lüdershagen

1290

Noch im 13. Jahrhundert dehnte die Stadt ihren Grundbesitz deutlich über die einstigen Grenzen der Feldmark aus. 1290 wurden die Dörfer Voigdehagen und Lüdershagen erworben. Von Wizlaw I. ließ sich die Stadt das Eigentum nochmals schriftlich bestätigen und dazu das Recht einräumen, auch künftig Erwerbungen von Grundbesitz außerhalb der Stadtmauern zu tätigen.


02.02.1301

Der Rat der Stadt Stralsund verkauft dem Johan von Straßburg Renten aus 2 1/ 2 Hufen in Lüdershagen und zwar von jeder 55 Mark, ausgenommen die Gerichtsbarkeit.


1302

1301 kam das Dorf Vogelsang, 1302 Lüssow in städtischen Besitz. 1306 erwarb Stralsund Weideland auf dem Zingst, 1321 dann auch die Dörfer Devin, Tessekenhagen, Zitterpenningshagen, Wendorf, Lützow, Langendorf und Kedingshagen.


01.03.1314

Fürst Wizlaw III. von Rügen schließt mit seiner Stadt Stralsund Frieden und gibt ihr alle Rechte und Freiheiten, die die Stadt Rostock von Borwin (Fürst von Mecklenburg) und seinen Söhnen Heinrich und Nicolaus erhalten hat, ferner " mit dem gantzen eghendom" über die Stadt und aller innerhalb ihrer Grenzen. Die Grenze zu Lande beginnt bei der Grenze von Voigdehagen von dieser nach der von Lüdershagen, von da zu der von Vogelsang und zu der von Lüssow; von dieser zu der von Langendorf, zu der von Gerbodenhagen, zu der von Kedingshagen und bis in die Ostsee. Die Grenze des solten waters ist: von der Nyen Owe zum Ende des Gellens, zum Ende von Ummanz, von da nach Bessin, von Bessin nach dem Bach Brezenitz mit dem See bei Devin und dem Dänholm, wieder bis zu Nyen Owe. Innerhalb dieser Grenze des Wassers haben die Stadt und seine mannen und Landsassen die Fischerei gemeinsam, ferner gibt er der Stadt das Recht, Klagen gegen die Bürger vor dem Vogt und den Ratsherren zu richten, und alle anderen Landestinge, " de se hebbet", und daß sie " ere bescholdene ordele voren unde holen to Lubeke". Hierfür gibt ihm die Stadt 6000 slawische Mark und den Zoll wieder frei, den sie für 5000 Mark gekauft hatte. Der Zoll soll nicht erhöht werden.


10.05.1321

Fürst Wizlaw III. bestätigt der Stadt Stralsund ihre Privilegien und ihren Besitz, betreffend in den Dörfern Devin, Teschenhagen, Zitterpenningshagen, Voigdehagen, Wendorf, Lüdershagen, Vogelsang, Lüssow, Langendorf und Kedingshagen. Die Privilegien sind dieselben wie in früheren Bestätigungen.


10.07.1344

Vermacht dem Gotteshaus St. Jürgen vor der Stadt 8 Mark jährlicher Einkünfte aus Warksow und eine Mark aus seinem Hof in Lüdershagen, den Ludekinus bewohnt, zur Verteilung an fremde Kranke durch die Vorsteher.


18.11.1436

Gerwin Ronnegarve, Bürger in Stralsund, verkauft dem Bürger Wilken Nyenkerke für 780 Mark eine jährliche Rente von 66 Mark weniger 4 Schilling im Dorfe Lüssow und Lüdershagen mit allem Zubehör und allen Rechten, wie sie in der Urkunde des Rates, die er darüber hat, und des Klosters St. Brigitten oder Marienkron angegeben werden. Die Urkunde hat er an Nyenkerken ausgeliefert. Mitsiegler: Everd van Hudzen, Ratsherr, und Brand Ronnegarve, Bürger.


1499

Dr. Gerwin Ronnegarve, Archidiakon von Tribsees und Usedom, Domherr zu Cammin und Schwerin, Gerhard Hundertmark,

Verkaufen dem Rat von Stralsund 2 Morgen Heuwiese zwischen Lüdershagen und Wendorf, zwischen den Wiesen des seligen Bürgermeisters Johann Schwarte und des Hans Blomenberg, wie sie der selige Bürger Hinrik Boleke dem Kaland verkauft hat laut der Urkunde von 1469, die sie aber behalten, weil darin auch noch von anderen Gütern die Rede ist.


1600

Klage der Kämmerer als Teilbesitzer von Lüdershagen (jetzt: Groß Lüdershagen) gegen die Mitbesitzer des Dorfes, Bürgermeister Dr. Ketel und Dr. Buchow, Provisoren des Klosters zum Heiligen Geist, Nicolaus von Braun und andere, wegen Vernichtung des als Hegeholz (Schonung) angelegten Stadtholzes durch weidendes Vieh


1605

Gesuch des Niklas von Braun und des Enoch Völschow aus Lüdershagen an die Stadt um Zurücknahme der Verpachtung des städtischen Bauernhofes in Lüdershagen (wahrscheinlich bei Elmenhorst) an Jacob Parow.


1606

Klage der Bauern Claus Sillmer, Hans Timmermann, Jakob Dargener, Hinrich Baggendorf, Hans Andersen und Marten Beggendorf aus Lüdershagen gegen Jakob Parow wegen Pfändung von Vieh und Nichtanerkennung alter Weidegerechtsame


1618

Klage des Wedege von der Osten in Batevitz bei Groß-Mohrdorf gegen die Stadt Stralsund wegen Pachtansprüche auf einen Anteil an Lüdershagen für die Stelle des Bauern Marten Baggendorff


1623

Schuldklage der Provisoren des Klosters St. Jürgen vor Rambin gegen Nicolaus von Braun zu Lüdershagen


1633

Im Jahre 1633 erwirbt Jürgen von Braun Anteile an Lüdershagen. Die Verpachtung erfolgte hierbei durch die Stralsunder Marienkirche.


1637 - 1655

n der Mitte des 17. Jahrhunderts kam es zu Verhandlungen zwischen dem Oberst Schullmann, seiner Witwe, der Stadt und Alexander Eßkens über den Besitz des Gutes Lüdershagen. In dem Vertrag bittet Alexander Eßkens. um Zusendung einer Kopie des Permutationsvertrages zwischen der Stadt und Eßkens über die Güter Lüdershagen und Elmenhorst vom Jahre 1631


1675

1675 wird Lüdershagen zu einem Herrlager für brandenburgische Truppen. Im selbigen Jahre überfiel Schweden im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg die Mark Brandenburg. Sie wurden in der Schlacht bei Fehrbellin geschlagen und in die Defensive gedrängt, womit auch Stralsund wieder Kriegsziel wurde. Erstmals lagerte in diesem Pommernfeldzug im Oktober 1675 in Lüdershagen der brandenburgische Kurfürst Friedrich Wilhelm mit einem Heer vor Stralsund, zog jedoch bald darauf aufgrund des einbrechenden Winters wieder ab. Daraufhin stellte der schwedische Feldmarschall Graf Otto Wilhelm von Königsmarck eine 14.000 Mann starke Armee in der Region Rügen/Stralsund auf. Im September 1677 gelang es den Dänen, auf Rügen zu landen und Schwedens Verbindung zu Vorpommern abzuschneiden.


1689 - 1746

Die Gewerke der Stadt Stralsund klagten im 17. und 18. Jahrhundert immer wieder gegen die der Stralsunder Stadtdörfer, wohl aus Konkurrenzdenken. In der Zeit von 1689 sind Klagen des Amtes der Rademacher in Stralsund gegen die Rade- und Stellmacher in Altefähr, Rothenkirchen und Lüdershagen wegen Eindrangs dokumentiert.


1710 - 1719

Verpfändung schwedischer Domanialgüter an die Stadt sowie deren Verpachtung. Es gibt einen Verpfändungsvertrag für das Ackerwerk Mönchgut (Abschrift).- Einquartierung von Truppen auf den Domanialgütern Neuendorf, Hermannshagen und Lüdershagen im Jahre 1715


1722

Anfang des 18. Jahrhunderts lag das Gut Lüdershagen wüst da, zum einen durch mangelnde wirtschaftliche Führung und durch die für 1718 nachzuweisenden Sturmschäden. Im Jahre 1722 stellte der Pächter Hinricht Adolph Gradener im übernommenen Gut auch eine entsprechende Rechnung aus.


1722 - 1835

Im 18 und 19. Jahrhundert weißt das Kloster zum Heiligen Geist in Stralsund Grenzregulierungen zwischen Voigdehagen und Lüdershagen nach. Grenzregulierungen sind zwischen den Höfen und Gütern nicht ungewöhnlich, sie lassen sich in der näheren Umgebung auch für Andershof, Devin und Zitterpenningshagen nachweisen.


1727 - 1732

In den Jahren 1727 bis 1732 empfing der Rat der Stadt Stralsund ein Gesuch des Pastors von Lüdershagen um Genehmigung einer Kollekte.


1749

Das Abschlagen von sieben jungen Erlen im Jahre 1749 brachte den Müller Wellner und die Witwe Camin vor Gericht. Der Kapitän von Born in Lüdershagen erhob daraufhin eine Klage gegen den Müller und die Witwe. Was bei der Klage herausgekommen ist, lässt sich gegenwärtig nicht sagen.


1780

Der Major von Baumann geht Konkurs. Im Stralsunder Stadtarchiv existiert ein Auktionsprotokoll über das auf dem Gut Lüdershagen befindliche Mobilar, Konkursmasse des Majors von Baumann


1790 - 1791

In den Jahren 1790 bis 1791 kommt es zu einer Appellation in der Klage des Oberstleutnants und Ritters von Wulfcrona zu Lüdershagen gegen den Kaufmann Johann Martin Gemeinhardt wegen fehlender Teile an einem Katenneubau in Lüdershagen


1797

Klage des vorstädtischen Bürgers Bruhn gegen die Witwe des Obristleutnants von Wulfcrona zu Lüdershagen auf Schadenersatz für die Verwüstung eines Ackers durch die Lüdershäger Rinderherde


1808

Im Jahre 1808, während der Zeit der napoleonischen Kriege lagerten französische Truppen vor den Toren der Stadt. Die Truppen mussten auch versorgt werden. So berechnete die Stadt Stralsund 154 Tonnen heimischen Bieres für das Truppenlager bei Lüdershagen.


1827

Amtshilfe für das Hofgericht bei Zustellung an den Kaufmann Daniel von Wulff-Crona im Verfahren des Eigentümers Melms zu Lüdershagen gegen Kaufmann von Wulff-Crona wegen des Eigentümers Melms zu Müggenhall.


1862 - 1888

In der Zeit wo die Stadt Stralsund entfestigt wurde, kam es zum Bau zweier Pulvermagazine vor der Tribseer Vorstadt am Weg von der Richterberger Chausee nach Groß Lüdershagen. Als Zeitraum werden die Jahre 1862 bis 1882 angegeben.


1891

Die Stralsunder Zeitung berichtet 1891 von Verhandlungen gegen die Eheleute Becker aus Stralsund und Emil Brandt aus Lüdershagen wegen Hehlerei und Meuterei.


1900

m Jahre 1900 wird der Verein zur Züchtung reinrassiger Hunde durch den Freiherrn von von Langen in Groß-Lüdershagen gegründet. Der Freiherr von Langen hat sein eigentliches Gut in Parow. An dem dortigen Gutshaus hängt noch eine Gedenktafel.


1900

m ausgehenden 19. Jahrhundert wird wird Lüdershagen an die Fernsprechverbindung nach Stralsund und Berlin angeschlossen.


1904

Im Jahre 1904 wird der Fernsprechverkehr nach Alt-Zarrendorf, Rakow, Steinhagen und Wusterhusen erweitert.


1945

Ab 1945 werden die Güter nicht mehr durch das Kloster zum Heiligen Geist verpachtet, die Höfe und Ländereien werden durch die Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone enteignet und später den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften zugeführt, welche diese weiter bewirtschafteten.


1948

1948 findet eine Einwohnerversammlung in Lüdershagen zu Fragen der Bildung einer Arbeitsgemeinschaft der Volkssolidarität im Ort statt.


13.07.1995

Offizielle Übergabe des Busbetriebshofes Lüdershagen an den Städtischen Nahverkehr. Für eine Investitionssumme von 13, 5 Millionen DM entstanden moderne Hallen für 48 Busse, Reparaturwerkstätten mit computergesteuertem Bremsenprüfstand, Bushebebühnen, Tankstelle und Waschanlage auf der Basis von Regenwasser. Die Anlage wird teilweise bereits seit November 1994 genutzt. (Bus)

Am 13.07.1995 wird der Busbetriebshof Lüdershagen an den Städtischen Nahverkehr übergeben. Für eine Investitionssumme von 13, 5 Millionen DM entstanden moderne Hallen für 48 Busse, Reparaturwerkstätten mit computergesteuertem Bremsenprüfstand, Bushebebühnen, Tankstelle und Waschanlage auf der Basis von Regenwasser. Die Anlage wird teilweise bereits seit November 1994 genutzt.


09.06.2000

Grundsteinlegung für den Erweiterungsbau der Werkstatt für Behinderte in Lüdershagen. Mit dem Bau, in dem zwei große Montageräume und zwei Räume für Arbeitstraining eingerichtet werden, sollen ab Herbst 2001 zusätzliche Kapazitäten für 60 neue Arbeitsplätze bereitstehen.


2011

Proteststurm bei Bürgerversammlung zur geplanten Biogasanlage im Industriegebiet Groß Lüdershagen


2012

Am 31.08.2012 erfolgt die Grundsteinlegung der Biogasanlage im Gewerbegebiet Lüdershagen. Die Stadtwerke (SWS) investieren hier 8 Mill. Euro. Die Fertigstellung soll Ende des Jahres 2012 erfolgen, damit ab Anfang 2013 diese Anlage in Betrieb gehen kann. Im Herbst 2013 soll erstmals Gas ins Netz gehen.

 

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